Diese Wanderung verbindet zwei der gegensätzlichsten Landschaften der Halbinsel O Grove: die wilde, felsige Atlantikküste und den höchsten, bewaldeten Aussichtspunkt der Region.
Die Route startet direkt am Jachthafen von San Vicente do Mar. Der erste Abschnitt führt über den gut ausgebauten Holzsteg der Pedras Negras. Hier geht es flach und entspannt direkt an der Wasserlinie entlang. Die Kulisse ist geprägt von markanten, dunklen Granitformationen, die der Küste ihren Namen geben, und dem ständigen Blick auf den offenen Ozean und die Insel Ons. Kleine Sandbuchten unterbrechen immer wieder das felsige Ufer.
Am Ende des Holzwegs (nahe der ehemaligen Militärzone) verlässt man die Küste und biegt landeinwärts ab. Das maritime Rauschen tritt in den Hintergrund und macht einer ruhigen, typisch galicischen Naturlandschaft Platz. Der Pfad führt nun über unbefestigte Naturwege vorbei an Feldern, Ginsterbüschen und durch lichte Eukalyptus- und Kiefernwälder. Der Duft wechselt hier merklich von salziger Meeresluft zu ätherischen Waldaromen.
Nun beginnt der anstrengendere Teil der Wanderung: der stetige Aufstieg zum höchsten Punkt von O Grove. Der Weg führt über Waldpfade bergauf, vorbei an typischen Steinhäusern und durch die schattigen Hänge des Berges.
Oben angekommen, öffnet sich das Gelände am Miradoiro da Siradella (ca. 165 Meter über dem Meeresspiegel). Der Aussichtspunkt bietet einen beeindruckenden strategischen Rundumblick:
Im Süden erstreckt sich die kilometerlange, schmale Sandbank des Lanzada-Strandes, die O Grove mit dem Festland verbindet.
Im Westen liegt der offene Atlantik.
Im Osten blickt man auf die geschützte Bucht Ría de Arousa mit ihren typischen Miesmuschel-Zuchtanlagen (Bateas).
Fazit: Eine abwechslungsreiche Tour von knapp 5 bis 6 Kilometern - Rundtour insgesamt ca. 12 km), die den perfekten Querschnitt aus Galiciens Küsten- und Waldlandschaft zeigt. Besonders am späten Nachmittag zu empfehlen, wenn das Licht flacher wird und die Sicht auf die Inseln besonders klar ist.
Natürlich musst du dich gar nicht strikt an Wanderkarten oder vorgegebene Routen halten. Die Halbinsel ist kompakt genug, dass man sich kaum ernsthaft verlaufen kann, aber gleichzeitig so abwechslungsreich, dass sich das einfache „Drauflosspazieren“ immer lohnt. Ob du nun spontan querfeldein durch die duftenden Kiefernwälder streifst oder einfach der Küstenlinie folgst: Am Ende stößt du garantiert immer auf eine versteckte, einsame Sandbucht, eine urige galicische Finca oder einen unerwarteten Ausblick auf den Atlantik. Lass dich also ruhig auch mal treiben – O Grove hält hinter fast jeder Biegung eine kleine Überraschung bereit.